Freiwilliges Engagement in Deutschland:

Freiwilligensurvey

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Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Daten und Methode

 

Der Deutsche Freiwilligensurvey (FWS) wird seit 1999 in fünfjährlichem Abstand als telefonische Befragung durchgeführt.

 

Die Grundgesamtheit der repräsentativen Befragung ist die Wohnbevölkerung Deutschlands ab 14 Jahren.

 

Insgesamt wurde 28.690 Menschen im Jahr 2014 für den Freiwilligensurvey befragt. Erstmals wurden auch Interviews über Mobiltelefone geführt (29,2% Mobiltelefone, 70,8% Festnetz).

 

Es engagieren sich immer mehr Menschen in Deutschland freiwillig.

Im Jahr 2014 waren es insgesamt 43,6 % der Wohnbevölkerung ab 14 Jahren. Das entspricht

 

30,9 Millionen Menschen

 

und bedeutet einen Anstieg um zehn Prozentpunkte in den letzten 15 Jahren.

Frauen engagieren

sich mit

41,5 Prozent

anteilig etwas

seltener freiwillig als

Männer mit

45,7 Prozent.

Am höchsten liegen die Anteile freiwillig Engagierter in den Altersgruppen der

 

14- bis 29-Jährigen

und der

30- bis 49-Jährigen.

 

Den geringsten Anteil weisen Personen im Alter von

65 und mehr Jahren auf.

Anteile freiwillig engagierter Personen 2014 nach Geschlecht und Alter

Quelle: FWS 2014, gewichtet, eigene Berechnungen (DZA). Basis: Alle Befragten (n = 28.689)

Menschen engagieren sich in unterschiedlichen Bereichen.

 

Der höchste Anteil freiwillig
Engagierter ist mit 16,3 Prozent im Bereich Sport und Bewegung zu finden,

gefolgt von den Bereichen

Schule oder Kindergarten mit 9,1 Prozent

und Kultur und Musik mit 9,0 Prozent.

Es herrscht eine große Bereitschaft in Deutschland, sich künftig zu engagieren: Heute ist mehr als jede zweite

nichtengagierte Person bereit, sich zukünftig freiwillig zu engagieren.

 

Die meisten engagieren sich in Vereinen und Verbänden, gefolgt von individuell organisierten Gruppen, Kirchen und religiösen Vereinigungen, anderen überwiegend formal organisierten Einrichtungen sowie kommunalen oder staatlichen Einrichtungen.

Im Vergleich zu den letzten Jahren hat besonders das Engagement in individuell organisierten Gruppen zugenommen.

Gestiegen ist der Anteil von Menschen, die Mitglied in einem Verein oder einer gemeinnützigen Organisation sind. Von den in Deutschland lebenden Menschen ab 14 Jahren sind das

44,8 Prozent.

2009 waren es lediglich 37,8 Prozent.

 

Über ein Viertel aller Engagierten bekleidet eine Leitungs- oder Vorstandsfunktion im Rahmen ihrer freiwilligen Tätigkeit.

Heute verwende Engagierte weniger Zeit für ihre freiwillige Tätigkeit als vor 15 Jahren.

Stundenumfang pro Woche für die freiwillige Tätigkeit im Zeitvergleich

Quelle: FWS, gewichtet, eigene Berechnungen (DZA). Basis: Alle Engagierten. FWS 1999 (n = 4.440), FWS 2009 (n = 6.740),
FWS 2014 (n = 11.799). Hinweis: 2004 wurde der zeitliche Umfang der freiwilligen Tätigkeit nicht erfasst.

Eine untergeordnete Rolle im freiwilligen Engagement spielen Geldzahlungen. Im Vergleich zu den vorherigen Jahren lässt sich keine Zunahme von Geldzahlungen im freiwilligen Engagement feststellen. Es besteht demnach kein Trend zur Monetarisierung.

Die Motive für freiwilliges Engagement sind vielfältig.

Quelle: FWS 2014, gewichtet, eigene Berechnungen (DZA). Basis: Alle Engagierten (n = 11.651-12.506).

Das Bildungsniveau und die finanzielle Situation spielen beim Engagement eine Rolle:

 

Personen mit hoher schulischer oder beruflicher Ausbildung engagieren sich häufiger als Personen mit niedrigem Bildungsniveau.

 

Schätzen Personen ihre finanzielle Situation als sehr gut ein, engagieren sie sich zu einem fast doppelt so hohen Anteil wie Personen, die ihre finanzielle Situation als sehr schlecht bezeichnen.

 

 

Sozioökonomische Ressourcen

Personen mit einer hohen Lebenszufriedenheit engagieren sich häufiger.

Personen, die sich engagieren sind zufriedener, als Personen, die sich nicht freiwillig engagieren.

Ein gutes soziales Netzwerk fördert ein freiwilliges Engagement.

Umgekehrt kann freiwilliges Engagement die soziale Einbettung verbessern. Je länger die Tätigkeit dauert, desto höher ist die wahrgenommene Netzwerkqualität.

Die regionale Verteilung von freiwilligem Engagement ist in Deutschland ungleich. In ländlichen Kreisen ist der Anteil Engagierter deutlich höher als der Anteil in städtischen Regionen.

 

In Großstädten ist der Anteil am niedrigsten.

In Westdeutschland beträgt die Engagementquote 2014 insgesamt 44,8 Prozent, in Ostdeutschland 38,5 Prozent.

In Deutschland geborene Personen mit Migrationshintergrund und deutscher Staatsbürgerschaft engagieren sich mit 43,2 Prozent ungefähr gleich stark wie Personen ohne Migrationshintergrund (46,8 Prozent).

 

Menschen mit Migrationshintergrund, die zwar in Deutschland geboren sind, aber keine deutsche Staatsangehörigkeit haben, engagieren sich mit 31,1 Prozent weniger.

 

Am geringsten ist der Anteil der Engagierten bei den Personen

mit eigener Migrationserfahrung. Da eine hohe Engagementbereitschaft bei allen Gruppen mit Migrationshintergrund vorliegt, besteht ihnen aber ein hohes Potenzial für künftiges freiwilliges Engagement.

Daten und Methode

 

Der Bericht basiert auf gewichteten Analysen. Es wurden also in allen Erhebungsjahren dieselben Merkmale berücksichtigt: (Haushaltsgröße, Zahl der Festnetznummern/ Mobilfunk-nummern für 2014, Bundesland, Gemeindegrößenklassen, Geschlecht, Altersgruppen).

 

Die Interviewdauer betrug im Jahr 2014 30 Minuten.

 

Um den Einbezug von Menschen mit Migrationshintergrund zu verbessern, wurden im Freiwilligensurvey 2014 nicht nur deutschsprachige Interviews geführt, sondern auch in Russisch, Türkisch, Polnisch, Arabisch und Englisch. Insgesamt wurden

705 fremdsprachige Interviews geführt.

 

Alle Tätigkeitsangaben der Engagierten wurden anhand eines für den Freiwilligensurvey 2014 entwickelten Kriterienkatalogs geprüft.

Quellen

Julia Simonson, Claudia Vogel & Clemens Tesch-Römer (2016)  (Hrsg.): Freiwilliges Engagement in Deutschland. Der Deutsche Freiwilligensurvey. (Zum Bericht)

 

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2016) (Hrsg.): Freiwilliges Engagement in Deutschland. Zentrale Ergebnisse des Deutschen Freiwilligensurveys 2014. (Zum Bericht)